Literatur im Netz (8): FIXPOETRY.com

FIXPOETRY baut in den letzten drei Jahren kontinuierlich an einem Haus, an dessen Planung und Realisierung viele Architekten beteiligt sind. Aus dem ursprünglich geplanten Einfamilienhaus für die Randgruppe Lyrik ist eine Bleibe geworden – eine Kommune für Autorinnen, Autoren, Künstlerinnen und Künstler, aus deren Arbeit wir – jede Woche neu – ein genreübergreifendes Wochenmagazin gestalten. Lyrik ist in Deutschland unweigerlich mit dem Image der Erfolglosigkeit verbunden. FIXPOETRY ist ein Versuch dies zu ändern. Das lyrische Kapital ist groß, vielschichtig und wertvoll und dient uns als Basis für unsere Arbeit in unterschiedlichsten Richtungen.

Startseite
Über die Titelseite, wenn wir beim Bild eines Hauses bleiben, über das Entree, kann der Leser in die verschiedenen Rubriken des Magazins einsteigen. Wir informieren über den aktuellen Poetryletter, die Wochenbeiträge des Feuilletons, posten täglich ein Gedicht, linken zum hauseigenen Verlag und den Bestellseiten und stellen die Arbeit eines darstellenden Künstlers vor. Wir führen zum Literaturgewinnspiel, werben für unsere Bücher und platzieren Werbebanner. Wir stellen neue Autoren und neue Texte von Autoren vor, präsentieren aktuelle Podcasts und führen ein tägliches Ranking der meistgelesenen Autorenbücher.

Autoren
In unseren komfortablen Units leben fast 300 Autorinnen und Autoren aus dem deutschsprachigen Raum. Sie zeigen in digital blätterbaren Büchern Gedichte, Kurzprosa und Theatertexte, die wir in regelmäßigen Abständen aktualisieren. Zusätzlich findet der Leser die Lebensläufe der Schreibenden und eine Übersicht aller relevanten Publikationen. Der Besatz ist bunt – manchen Kritikern zu bunt; Ein kleines Team, das sich mit der Auswahl der Autoren beschäftigt, Bewerbungen liest und Einladungen an Autoren schickt, entscheidet in einem demokratischen Prozess über die Aufnahme. Der Leser findet auf FIXPOETRY vom bereits arrivierten bis hin zum jungen und noch unbekannten Autor, eine breite Auswahl von Lyrik, Kurzprosa und Theatertexten. Sie versucht, das Spektrum dieser Literatur ausführlich widerzuspiegeln und in erster Linie das Lesen von Gedichten zu fördern.

Poetryletter
Der Poetryletter ist ein Transferversuch von Gedicht und Bild und seit der Gründung der Seite im Jahr 2008 dabei. 205 dieser Wortbildexperimente sind bereits erschienen und tapezieren die Wände unseres Hauses. Die konzeptionelle Arbeit dieses Projektes liegt in den Händen von Julietta Fix, in enger Zusammenarbeit mit der Grafikerin Korinna Feierabend. Die Herangehensweise ist unterschiedlich:
Nach Auswahl des Textes, suche ich im Portfolio der an uns angeschlossenen Künstler ein passendes Bild zum Gedicht. Werde ich nicht fündig, finde kein Bild, das sich aus meiner persönlichen Sicht heraus der Begriffswelt des Textes nähert, suche ich Unterstützung bei den Illustratoren, die sich zu einem wesentlichen Bestandteil unserer Seite entwickelt haben. Meistens entsteht bereits während einer kurzen Kommunikationsphase eine Idee, eine Farbe, ein Motiv, ein Bild, das dann zur Illustration wird. Artwork und Text sind dann Basis des Layouts. (Julietta Fix)

Korinna Feierabend hat die meisten bereits erschienenen Poetryletter gesetzt. Einige Arbeiten 2011 wurden auch von Judith Sombray, Elke Ehninger und Maren Profke gesetzt.
Den Poetryletter bieten wir seit 2010 auch im Druckformat an, Größe 30 x 40, auf William Turner Papier gedruckt. Die Lieferzeit beträgt max. 10 Tage. Unser Drucker Klaus Raasch verbindet traditionelle Handwerkstechnik, Buchdruck und digitale Ausdrucksmöglichkeiten und garantiert höchstmögliche Qualität. Neben seiner Verlagstätigkeit arbeitet er auch in der grafischen Abteilung des Museums für Arbeit in Hamburg. Alle Drucke bestellen wir on demand, deshalb die etwas längere Lieferzeit. Die Autoren und Künstler sind am Umsatz der Drucke beteiligt.

Viele Motive sind jetzt auch als Poetrycard erschienen. Eine Liste der zurzeit lieferbaren Motive finden Sie hier. Der 3er Pack Postkarten pro Motiv kostet 5,00 Euro inklusive Versandkosten innerhalb Deutschlands, in alle anderen Länder werden die Portokosten auf der Rechnung ausgewiesen.

Feuilleton
Das Feuilleton ist seit Juni 2009 online. Das Gerüst bilden die Rubriken Rezension, Interview/Kolumne/Essay und FIXativ. Die Redaktion, die von Frank Milautzcki und Julietta Fix geleitet wird,  ist auf das Interesse von Autoren, Journalisten und Literaturinteressierten angewiesen und auf ihre Bereitschaft, Beiträge zu liefern, sich mit Büchern zu beschäftigen, die nicht im Fokus des großen Interesses stehen. Vor einigen Wochen haben wir die Serie LYRIK – jede Woche eine Kritik gegründet und garantieren damit wöchentlich mindestens eine Besprechung eines Gedichtbandes, eines Literaturmagazins oder einer genrenahen Publikation. Die Titel werden von der Redaktion ausgewählt. So versuchen wir, der Lyrik ein breiteres Forum zu bieten und dem Leser einen Überblick über interessante Lyrikpublikationen zu verschaffen, die in den großen Feuilletons nicht besprochen werden. Zurzeit veröffentlichen wir zwei Kolumnen. Zum einen die Monatskolumne eingekreist, Geschichten von Christian Kreis und die Wochenkolumne Blanka Beirut (alias Andrea Karimé im Zwiegespräch mit ihrem Wellensittich). FIXativ ist ein Kunstwort und steht für eine Gedichtinterpretation oder freier gesagt, eine Auseinandersetzung mit einem einzelnen Gedicht. In dieser Rubrik, wie in allen anderen Rubriken eigentlich auch, herrscht vollkommene Freiheit. Eine sachlich und qualitativ wertvolle Herangehensweise vorausgesetzt, kann sich jeder Autor auf allen Ebenen einem Gedicht nähern, sei dies streng literaturwissenschaftlich, narrativ oder aus einer ganz persönlichen Sicht heraus motiviert.

Verlag
Im Januar 2011 ist ein Laden in das Haus eingezogen, den die Herausgeberin unter dem Namen FIXPOETRY.Verlag eröffnet hat. Hier können Sie die ersten sechs Titel des Verlages auch kaufen. Zwei Sondereditionen, alles offen von Brigitte Struzyk und Beyoglu Blues von Gerrit Wustman, deutsch-türkische Gedichte, ins Türkische übertragen von Miray Atli. Vier weitere Titel in der Lyrikreihe FIXPOETRY von den Autoren Charlotte Ueckert, Julia Mantel, Kai Pohl/Clemens Schittko und eine Anthologie „Lyriksammlung aus der Schweiz“ sind bereits erschienen. Fast alle Bücher sind illustriert. Unsere Illustratoren sind Judith Sombray, Elke Ehninger, Wienke Treblin und Petrus Akkordeon. Bis Ende des Jahres sind noch drei Titel geplant: Aus der Lyrikreihe „Der Abdecker“ von Jan Decker, Gedichte Prosa und Essay, Nähekurs, Gedichte von Herbert Hindringer und Judith Sombray und ein Bilderbuch über unsere Arbeit mit dem Poetryletter 2011, das von Elke Ehninger konzipiert wird. Im 1. Halbjahr 2012 wird der erste Prosatitel erscheinen und wir werden 2012 erstmals auf der Buchmesse in Leipzig ausstellen. Wir sind uns im Klaren darüber, dass das Experiment Verlag eine Menge Risiken birgt und sich nur mit Mut und ständigem Lernen beim Tun entwickeln kann. Zum einen, weil sich Lyrik einfach schlichtweg schlecht verkauft, zum anderen weil eine Verlagsgründung eine Fülle von Arbeit nach sich zieht, die nicht unbedingt zum Kerngeschäft des Betreibens einer Webseite gehört. Es ist ein Risiko in jeder Hinsicht, für das die Herausgeberin sowohl inhaltlich als auch finanziell die volle Verantwortung trägt.

Podcast
Aus den in bunten Farben gekleideten Lautsprechern ertönen u.a.Wort – und Soundcollagen, Lesungen und Auszüge aus Büchern. Wir präsentieren zeitgenössische Lyrik und Prosa multimedial als Originaltext, zum Teil vom Autor im eigenen Rhythmus und Originalton gesprochen. Zu Wort kommen u.a. unser Monatskolumnist Christian Kreis, der Verleger Johannes Frank, der den Unterschied zwischen einem Independent und einem „normalen“ Verlag erklärt, Manfred Chobot mit der Musikproduktion „I Wüü net alaane sein“ aus dem Jahr 1983, „Frau Lehmann“, die Hure vom Hamburger Kiez von Julietta Fix, Märzwald, eine Hörprobe von Ulrike Almut Sandig mit Musik von Maren Pelny, Soundcollagen zu internationaler Poesie von Frank Milautzcki und noch vieles mehr. Die Hörlyrik stellen wir im mp3 Format zur Verfügung.

Salon
Die Illustration ist über die Jahre ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit geworden. Im Dach des Hauses befindet sich der Salon. Eine Vielzahl Künstlerinnen und Künstler sind dort eingezogen. Sie zeigen Ausschnitte Ihrer Werke und Arbeiten. Dieser facettenreiche Teppich an Bildern, Fotos, Zeichnungen und Collagen steht mietfrei, wie übrigens alle anderen Appartements auch, zur Verfügung. Einzige Bedingung ist, dass die Künstler sich bereit erklären, am Projekt Poetryletter mitzuarbeiten.

Dialog
Die Pinnwand des Hauses – Platz für Beschwerden, Lob und Kritik. Außerdem findet der Leser hier die technischen und juristischen Fakten und kann die Wochenpost abonnieren, die ihn über das Leben im Haus informiert.

Links
Unser Haus ist nur eines von vielen. Hier haben wir in redaktioneller Kleinarbeit über 5000 Links zu den relevanten Stationen im Literaturbetrieb zusammengetragen.

FIXPOETRY ist in den letzten beiden Jahren kräftig gewachsen. Dieses Wachstum, sowohl das der Besucherzahlen als auch das inhaltliche, stellt uns täglich vor neue Herausforderungen. Seit kurzer Zeit unterstützt uns jetzt zusätzlich Gerrit Wustmann. Wir möchten unseren Lesern hochwertige Beiträge liefern, für Fragen und Anregungen zur Verfügung stehen, die Autorenprofile aktualisiert halten, kreativ arbeiten mit Wort und Bild, unterhalten und last but not least Bücher verlegen, Lesungen veranstalten und Bücher verkaufen. Zurzeit befinden wir uns in einer Phase, in der wir alles auf den Prüfstand legen. Ein Relaunch der Seite ist in der Planung, der uns in erster Linie durch die Erneuerung von technischen Applikationen die Arbeit erleichtern soll, aber auch die konzeptionelle Ausrichtung überdenkt und konzentriert und damit den Zugang zu Literatur dem Leser leicht und interessant gestaltet.

Hamburg, 19.10.2011
Julietta Fix

Fragen? Anregungen? Lust mitzuarbeiten? info(at)fixpoetry(dot)com

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