Neue deutschsprachige Lyrik (29): Adrian Kasnitz

fabMUC veröffentlicht in den nächsten Wochen ausgewählte Gedichte von entdeckenswerten Autorinnen und Autoren. Heute empfiehlt fabMUCer Wirag Lyrik von Adrian Kasnitz.

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Alp

Die Anwesenheit einer Gegend. Ge
weißte Fassaden, ein sich aufschwingen
der Kirchturm, womöglich eine Sparkas
se, die womöglich ohne Computer
auskommt.
—————-Ein Sattelschlepper geleitet
acht Pkw in die nächst bedeutende
Ortschaft. So lautet ihr Urteil.
————————————-Vielleicht
tröstet das ICE-Trassee? Ein schwel
lender Körper. Ein Sprung zu entkommen.

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Zuerst

Den Stöpsel ziehen, die Dose
Das Bündchen gelöst und lose
Der Schweif und schweifend vom Nacken
Greifend nach Hüften und Backen

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Adrian Kasnitz lebt als Schriftsteller und Herausgeber in Köln. Er wurde 1974 im Ermland geboren, studierte Geschichte in Köln und Prag, war wissenschaftlicher Mitarbeiter der Uni Köln. Bislang veröffentlichte er drei Gedichtbände sowie Kurzprosa und Essays. Seine Texte wurden u. a. mit dem Rolf-Dieter-Brinkmann-Stipendium ausgezeichnet. Als Mitherausgeber der Edition parasitenpresse, als Gastgeber von literarischen Veranstaltungsreihen (Literaturklub Köln) und als Rezensent kämpft er gegen die Kammerjäger der Poesie. Zuletzt erschien sein Lyrikband “Schrumpfende Städte“.

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