Wo die Dichter schlafen: Hotel Torbräu – eine Begehung

Auf den Ansturm der Literatur-Groupies ist man gut vorbereitet im Hotel Torbräu, dem offiziellen Festival-Hotel. Selbst dem Chronisten gegenüber gibt man sich einsilbig, Verstummung auf die Frage vor welche Tür denn Naschwerk und Blumen der Verehrung für Katja Lange-Müller abzulegen wären, auch von einem F.W. Bernsteinzimmer will niemand nichts gehört haben, stocktaub gibt sich das ansonsten herzliche und aufmerksame Personal auf diesem Ohr.

Mit dem Fahrstuhl geht es hinauf in die Chronisten-Kemenate unterm Dach, fünfter Stock, mit Einblick in Efeu-berankte Hinterhöfe und Weitsicht über Dächer unter Himmelgrau. Die Zimmertapete schlägt aufs Gemüt, eine gerahmte Anzeige an der Wand belehrt mich aber eines Besseren:


Dieser Raum entspricht den hohen Anforderungen des Forums JAB Ideenräume
Ja, dann!

Das mit dem Aufzug war ein Fehler. Wer die Treppe nimmt, tut was für die Gesundheit und kann sich am Knarren und Knarzen der historischen Holzstufen erfreuen, die unter dicken Läufern quengeln. Gleich auf dem Weg in den ersten Stock gibt es viel zu entdecken, entlang der Wände erklärt sich die Geschichte des Hauses in Bild und Wort, unglaubliche 500 Jahre Geschichte zwischen zwei Treppenaufgängen. Höhepunkt der Geschichtstour ist mit Sicherheit die Nachbildung Menschen im Hotel um 1490, geisterbahngleich überrascht die Installation den konzentrierte Treppensteiger.

Der Zugang ins Internet ist hier mit keinerlei Kosten verbunden und ich recherchiere und schreibe bis tief in die Nacht noch Schriftstellerportraits und fabMUC-Blogbeiträge gehe aber erstmal was Essen.

Schön ist das hier, die Lage direkt am Bauch von München, wenige Schritte nur bis zum Viktualienmarkt und der neuen Schrannenhalle, ein überdachtes Schlaraffenland über das die Süddeutsche Zeitung am Sonntag ein schönes Stück schrieb.


Chronist knipst begeistert: belegte Brote in der Schrannenhalle

Vom Hotel aus sind alle forum:autoren Veranstaltungsorte auch zu Fuß zu erreichen: durch die Innenstadt geht es in nur 15 Minuten zum Literaturhaus, auch die Kammerspiele und die Muffathalle mit dem Club Ampere sind in einer Viertelstunde erreicht. Je eine halbe Stunde per pedes braucht es zur Ludwig-Maximilians-Universität und dem Volkstheater.

Freuen dürfen sich alle Dichter auf ihre Betten, wer tagsüber und später beim Salon der lebenden Schriftsteller alles gab, fällt weich in Betten mit hotelunüblichen schönen, dicken Kopfkissen. Wer vorher noch die zwei Merci-Schokoladen-Minis auf den Kopfkissen entdeckt, hat morgens viel weniger Mühe beim Haarewaschen.

Gepflegt beginnt nämlich der Tag im Frühstücksraum des Hotels im ersten Stock. Hier eine Leer-Ansicht der Lokalität, Menschen reagieren mitunter außerordentlich spröde auf Fotografierarbeiten am Frühstückstisch.

Sie müssen mir also glauben: neben ausgewählten regionalen und überregionalen Zeitschriften, wird zu Kaffee und Tee auch ein schöner internationaler Blätterwald angeboten. Das Büffet sorgt dann allerdings für Platzprobleme an den kleinen Tischen: topfrisch und butterzart der feine Lachs, Kaminwurzen und Rauchfleisch gibt es, Frischkäse, Müsli, Früchte, Säfte, Waffeln und Cupcakes. Eierspeisen werden auf Wunsch zubereitet, darauf werde ich zurückkommen, die auf dem Büffet angebotenen, gekochten Eier waren- alte Tradition in allen Hotels dieser Erde- hart und lauwarm.

Noch sitze ich alleine hier, ich freue mich auf die kommenden Festival-Tage, bin gespannt wer von den forum:autoren-Gästen Morgenmuffel ist und mit wem noch das ein oder andere Glas zu leeren sein wird, in der wunderschönen Jugendstil-Bar im Restaurant des Hotels.

Auf bald!

Hotel Torbräu
Tal 41
80331 München

www.torbraeu.de

2 Gedanken zu “Wo die Dichter schlafen: Hotel Torbräu – eine Begehung

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


acht × = 64

* Copy This Password *

* Type Or Paste Password Here *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>