Feste gefeiert: das Literatufestfest

Westlake, Politycki
Führten durch den Abend: Julia Westlake und Matthias Politycki, Foto: Juliana Krohn

Eine lange Menschenschlang vor der Muffathalle. Lady Gaga zu Gast? Die Red Hot Chili Peppers im Haus? Nein, das forum:autoren brachte am vergangenen Samstagabend seine performancestärksten Lyrik-Gäste auf die Bühne, präsentiert von Kurator Matthias Politycki und NDR-Moderatorin Julia Westlake, musikalische Gäste waren die SZ-Band Deadline. Schnell füllte sich die Halle in erfreulich dichtem Ausmaß, artig wurde in neuen Schlangen um völlig überteuertes Bier angestanden, bis die Bühnenlichter über den sich gegenüberstehenden Dichterbühne einsame Mikrophone beleuchtete und aus dem Dunkle traten:

Bas Böttcher, Lydia Daher, Alex Dreppec, Xóchil A. Schütz, Michael Lentz und Albert Ostermaier – im fliegenden Wechsel und perfekter Dramaturgie, zweimal 5 Minuten Bühnenzeit für jeden Dichter, eine Stunde die im Gleitflug verging.

Liebe auf den ersten und zweiten Blick, zwischen dem Publikum und Bas Böttcher, der rasante Miniaturen mit Komik und Takt verband, spontane Glücksgefühle bei der bemützten Hip Hop-Fraktion am Tresen neben mit. Lydia Daher dann mit leiser Lyrik und augenzwinkerndem Humor, Dreppec gab gekonnt den Stabreimgott und sorgte für Gelächterwellen.

Schütz II
Xóchil A. Schütz, Foto Juliana Krohn

Stille bei Xóchil A. Schütz deren filigran gearbeiteten Gedichte den Saal mit einem Hauch ergriffen, ein so fragiler wie starker Auftritte. Andreas Ostermaier wortgewaltig, wortgewandt,ein großer Geschichtenerzähler auch als Lyriker, seine Texte luden zum nach- und noch mal lesen ein.

Lentz
Michael Lentz, Foto: Juliana Krohn

Eindrucksvoll: Michael Lentz ein Rasender, druckvoll, aggressiv, verinnerlicht. Lentz wütete in und mit der eigenen Lyrik, atemstill folgte das Auditorium im Dunkel der Halle. Ein brillanter Höhepunkt im Reigen der Dichter die allesamt zeigten, welche große Kraft gute Lyrik in der Körperlichkeit des Vortrages zusätzlich zu entfalten vermag. Ein erfreulich junges Publikum lies sich davon begeistern.

Fest
Foto: Juliana Krohn

Ebenso druckvoll spielte im Anschluss Deadline auf, eine mittlere Bigband der musikalischen Talente der Süddeutschen-Zeitung, vom Feuilleton-Chef am Bass bis zur sangesstarken Polizeireporterin zeigten Deadline Spielfreude und Partytauglichkeit. Ein schier unerschöpfliches Repertoire große Hits aus drei-vier Jahrzehnten, mit so stimmstarken wie charmanten Frontfrauen, einer eindrucksvollen Bläser-Sektion (der Chronist plädiert ab jetzt für mehr Tuba in der Rockmusik!) und solo-starken Gitarristen – da hielt es selbst den Buchhändler am Ende der Halle nicht mehr auf dem Sitz! Toller Abend!

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