Literatur im Netz (1): VolksLesen.tv

In der Rubrik “Literatur im Netz” wollen wir literarische Blogs, Portale und Online-Projekte vorstellen, die wir ganz besonders schätzen – und wer könnte das besser, als die InitiatorInnen selbst. Den Anfang macht Martin Scharfe mit seinem Langzeitprojekt “VolksLesen.tv”

(Martin Scharfe, VolksLesen.tv, Foto: Peter Einheuser)

VolksLesen.tv – Bibliothek und Panoptikum des lesenden Volkes – ist Internet-Fernsehen für Menschen, die Bücher lieben. Sie lesen vor der Kamera kurze Ausschnitte aus den Büchern, die ihnen wertvoll sind. So erhalten Sie einen Eindruck des Textes, des Klangs der Worte. Gleichzeitig sehen Sie Denjenigen, der ihn empfiehlt.
Wir zeigen jede Woche vier neue Lesungen. Jede Woche liest eine Gruppe von Menschen – Bundestagsabgeordnete oder Obdachlose, Taxifahrer oder Philologen, Hebammen oder Feuerwehrmänner, Kleingärtner oder Jesuiten, Blinde oder Hellseher, Häftlinge oder Philharmoniker, … Im Mittelpunkt steht der Mensch, der liest; nicht die perfekte Lesung.

In der ersten drei Jahren hat VolksLesen das Leseverhalten in Berlin dokumentiert. In Zukunft werden wir alle drei Monate den Standort wechseln und die Interessen und Phantasien der Menschen in anderen Gegenden erkunden. Von Juli bis September 2011 präsentiert VolksLesen.tv auf Einladung der Europäischen Literaturtage die Leselandschaft Wachau. Von Oktober bis Dezember 2011 ist VolksLesen zu Gast in Coburg.

VolksLesen ist ein Zeit- und Gesellschaftsbild. Bundestagsabgeordnete haben gelesen, und Obdachlose. Jede neue Woche ist eine Facette innerhalb dieses Spektrums. Mit jeder Woche und mit jeder Lesung wird dieses Bild vollständiger – und schöner.

Gäbe es VolksLesen seit 30 Jahren, könnte man einen Blick zurück in die 80er Jahre werfen. Man sähe, wie sich das Aussehen der Menschen und ihre Sprache verändern. Anhand der Bücher könnte man erfahren, was den Menschen wichtig war. Und so kann man sich im Jahr 2040 anhand von VolksLesen.tv ein Bild unserer Zeit machen. VolksLesen.tv ist ein Spiegel unserer kulturellen Identität.

VolksLesen hat 2009 den Preis „Auslese“ der Stiftung Lesen erhalten und war für den Grimme Online Award nominiert, wurde 2010 mit dem „Alternativen Medienpreis“ ausgezeichnet und für den Deutschen IPTV-Award nominiert. In diesem Jahr wurde VolksLesen mit dem Coburger Medienpreis ausgezeichnet.

Vorlesen ist eine Geste des Respekts gegenüber dem Schriftsteller. VolksLesen braucht Muße. Muße ist rar. Schalten Sie ein, wenn Sie Beruhigung und Anregung suchen. Wir lesen Ihnen vor!

http://volkslesen.tv/

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