Neue deutschsprachige Lyrik (20): Lothar Thiel

fabMUC veröffentlicht in den nächsten Wochen ausgewählte Gedichte von entdeckenswerten Autorinnen und Autoren. Heute empfiehlt Kurator Matthias Politycki Lyrik von Lothar Thiel.

sommernachtstraum

siebzehn goldne ferkel schweben
über einem schwarzen wald
brüderlich dem mond entgegen.
wer will das nicht miterleben:

quiekendhell das all erschallt!
vierunddreißig kettenraucher
husten morgens um die wett,
einundfünfzig tiefseetaucher

(auch ne art von luftverbraucher)
fallen abends müd ins bett.
doch mir ist das alles wurst:

heute denk ich nur in litern,
denn mich plagt ein jenseitsdurst:
welt!!! an dem wirst du erzittern.

Lothar Thiel, * 1953 in Schorndorf (Baden-Württemberg), schrieb 1963 sein erstes Gedicht, studierte trotzdem Geschichte, Deutsche Philologie und Sozialkunde in München, verfasste 1975 sein zweites Gedicht und 1992 das dritte. Arbeitet/e als Lehrer in München, Toulouse und Bilbao, wo er derzeit lebt. Buchveröffentlichung (in Vorbereitung): „zuletzt spricht der fasan“. Lothar Thiels Website.

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