Neue deutschsprachige Lyrik (17): Alexander Gumz

fabMUC veröffentlicht in den nächsten Wochen ausgewählte Gedichte von entdeckenswerten Autorinnen und Autoren. Heute empfiehlt fabMUCer Lino Wirag Lyrik von Alexander Gumz.

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SCHATTENWERFER

die trübe dichte einer glaswand, vor die innenstadt
gestellt. von sieben hügeln

hängen kameras, verfolgen den sonnenstand.
sie wollen wissen, was vor ihnen

brücke heißt, wie viele sie dem ordnungsamt
verschweigen sollen.

am ufer drängeln sich klanginstallationen,
simple relais: an oder aus.

sozialpaläste brüten auf der wiese, ihre dächer
rot, dann braun. natürlich

könnte der sauerstoff sie überwachen,
würden die kofferradios mal kurz

die klappe halten, die geburtshäuser der helden
nicht länger an die autobahn gebaut.

so was müssen statiker doch wissen! auch ratten riechen,
wo sie sich am billigsten ernähren.

sie recken ihre schnauzen, scharren mit den krallen,
rennen immer wieder gegen diese glaswand an.

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Alexander Gumz, geboren 1974 in Berlin, wo er auch lebt, studierte Germanistik und Philosophie. Gumz ist Redakteur und Literaturveranstalter beim Texttonlabel KOOK und für das “poesiefestival berlin”, Mitbegründer des Festivals “LAN. Drei Tage junge Literatur und Musik” und der langen Literatur- und Musiknacht “HAM.LIT”. Er veröffentlichte Gedichte und Nachdichtungen in Zeitschriften und Anthologien, erhielt Preise und Stipendien. Sein erster Gedichtband, »ausrücken mit modellen« (aus dem auch der hier veröffentliche Auszug stammt) ist im Frühjahr 2011 bei kookbooks erschienen. Foto: Katja Zimmermann

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